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Auszeit: Mikroabenteuer vor der Haustür

Man muss nicht auf den Jahresurlaub warten, um eine Auszeit zu nehmen. Die Lösung: Mikroabenteuer-Trips. Was dahinter steckt, erklärt WIE EINFACH!

Auszeit: Mikroabenteuer vor der Haustür
Foto: Casey Horner/Unsplash

Dem Alltagstrott entfliehen, neues Erleben, die Energiereserven auftanken - laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Fittkau & Maaß im Auftrag von Wimdu träumt jeder zweite Deutsche von einer Auszeit vom Job. Der größte Teil der Befragten möchte die Zeit für neue Erfahrungen und Reisen nutzen, rund die Hälfte sieht die Pause vom Joballtag als Burnout-Präventionsmaßnahme. Die ernüchternde Tatsache ist jedoch, dass es aktuell nur jeder Zehnte wirklich schafft, diesen Traum für drei Monate oder mehr umzusetzen. Der Rest läuft weiter im Hamsterrad und wartet darauf, dass der Stand des Urlaubs- bzw. Bankkontos den Sprung ins Abenteuer möglich macht. Das muss nicht sein! Es gibt eine nachhaltig wirkende Alternative für alle "Daheimgebliebenen", die ebenfalls für ganz neue Eindrücke sorgt, unsere Seele nährt und den Umgang mit dem Alltagsstress erleichtert - ein Mikroabenteuer.

Kurztrip mit großer Wirkung


Bereits vor mehr als vier Jahren definierte Alastair Humphreys, Erfinder des Begriffes Microadventures, was sich hinter diesem Kurztrip verbirgt: Ein lokales, kostengünstiges, simples, trotzdem herausforderndes und bereicherndes Abenteuer in der Natur, bestenfalls mit einer Übernachtung unter dem Sternenhimmel. Seine Intention: Weil wir heutzutage den größten Teil unseres Lebens drinnen verbringen, brauchen wir regelmäßig Erlebnisse in der Natur. Tageslicht, Luft, das Grün der Bäume oder Blick aufs glitzernde Wasser wissenschaftlich erwiesen echter Balsam für Körper und Geist, warum also darauf warten in die Ferne schweifen? Wir finden alles, was wir für ein Abenteuer brauchen auch in unserer Nähe. Christo Förster, Motivationstrainer, Buchautor und Initiator des Projektes Raus und machen, schraubt Humphreys Idee noch etwas weiter und empfiehlt, stets ohne Zelt draußen zu übernachten und nur öffentliche Verkehrsmittel für die An- und Abreise zu benutzen. Der Motivationstrainer und leidenschaftliche Abenteurerreisende schreibt in seinem aktuellen Buch "Mikroabenteuer", warum auch das kurzfristige Verlassen der Komfortzone uns so guttut und berichtet von seinen wunderschönen Erlebnissen in der Natur Deutschlands. Was den optimalen Reisezeitpunkt angeht, sind Förster und Humphrey sich ebenfalls absolut einig. Ihr Motto: "Warten Sie nicht auf den passenden Moment in Ihrem Leben, sondern starten Sie einfach sofort und direkt von der Haustür aus!" Übrigens: Besonders Kinder sind von dieser Art des Reisens begeistert. Sie können also auch mit der ganzen Familie für 24, 48 oder gar 72 Stunden die gewohnten Pfade verlassen und die Welt rund um ihre Heimat mit ganz neuen Augen entdecken. Einige passende Idee finden Sie vielleicht bei den Vorschlägen aus der WIE EINFACH!-Redaktion.

Auszeit: Abenteuer direkt vor der Haustür erleben


1. Die Himmelsrichtung bestimmt das Ziel


Süden, Westen, Osten, Norden: Bei diesem Kurztrip bestimmt nicht der Zielort die Route, sondern die Himmelrichtung. Ist diese festgelegt, geht es per öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder gar zu Fuß auf die Tour. Vielleicht finden Sie schon nach 10 Kilometern einwunderschönes Fleckchen zum Biwaken, vielleicht erst nach 20 oder 30 Kilometern. Nach einer Nacht im Freien machen Sie sich auf den Heimweg und haben noch einmal Zeit, die schönen Natur links und rechts vom Weg zu betrachten.

2. Auf Wasserstraßen reisen


Der Blick auf glitzerndes Wasser ist Entspannung pur. Wie wäre es, wenn Sie heute nach der Arbeit direkt mit Ihrem Rucksack zu einem Kanuverleih gingen und auf dem Fluss Ihres Heimatortes so lange stadtauswärts paddeln, bis Sie einen geeigneten Übernachtungsplatz gefunden haben? Oder Sie steigen auf eine Fähre des öffentlichen Verkehrsnetzes, setzten zum anderen Ufer über und suchen sich dort zu Fuß einen schönen Schlafplatz unter freiem Himmel. Am nächsten Morgen geht es dann nach einem zünftigen Outdoorfrühstück wieder ins Büro. Vielleicht mit einigen Knitterfalten im Hemd, aber bestimmt mit einem Lächeln auf den Lippen.

3. Ein Wochenende im Wald


Fast jeder Ort in Deutschland hat einen Wald in der Nähe. Machen Sie den Heimatforst an diesem Wochenende zu ihrem Zuhause. Schon die Wanderung dahin wird Sie in eine andere Zeitzone beamen. Ganz ohne Medien und den Lärm der Straßen kann man unter Tannen und Buchen herrlich Kraft tanken und dabei viele Tiere und Pflanzen entdecken. WICHTIG: Grundsätzlich ist das Zelten in Nationalparks, Naturschutzgebieten, als Naturdenkmal geschützten Flächen, geschützten Landschaftsbestandteilen, gesetzlich geschützten Biotopen, Wildschutzgebieten, geschützten Wildbiotopen und Wasserschutzgebieten verboten. Ob Biwaken geduldet wird, liegt im Ermessen des Försters. Deshalb besser fragen, nach jeder Nacht "umziehen" und natürlich den Lagerplatz stets sauber hinterlassen. Auskünfte erteilen die Gemeinden und Kreisverwaltungsbehörden.

4. Durch das Watt zu den Inseln laufen


Die deutsche Nordseeküste hat traumhafte Inseln. Einige kann man in Begleitung eines Wattführers vom Festland oder der Nachbarinsel aus zu Fuß erreichen und dabei viel über die Natur, die Tiere und die Gezeiten lernen. Eine Führung ist nebenbei auch die sicherste Art, das Wattenmeer zu erkunden, denn die Priele sind tief und bei auflaufendem Wasser ist ruckzuck der Weg ans Ufer durch Wasser versperrt. WIE EINFACH!-Tipp: Fahren Sie mit der Fähre nach Amrum und wandern Sie durch das Watt nach Föhr. Im Sommer können Sie den Abend in den Schlafsack eingemummelt am Strand ausklingen lassen. Weil das Wetter so unbeständig ist, empfehlen wir aber für die friesischen Inseln die Übernachtung unter einem festen Dach. Von Föhr aus können Sie eine zweite Tour zu den Kormoraninseln machen oder das Gebiet rund um die Vogelkoje erkunden. Mit der Fähre geht es am Sonntagabend wieder auf Festland.

5. Biwaken auf dem Berg


Das Wandern in den Bergen wird immer beliebter, besonders die Touren von Hütten zu Hütten. Bei wirklich gutem (!) Wetter ist aber eine Übernachtung unterm Sternenhimmel nicht zu toppen. Rollen Sie eine Isomatte idealerweise an einem geschützten Platz in der Nähe eines befestigten Weges aus. Wichtig: Achten Sie auf die Vorschriften, sie sind von (Bundes)-Land zu Land verschieden. Biwakieren ist überall dort erlaubt, wo es nicht offiziell verboten ist. Erkunden Sie sich deshalb am besten über die regionale Gesetzeslage. Und ein romantisches Lagerfeuer? Ist im Abstand von 100 Meter zum Waldrand ebenso verboten wie die Nutzung von Kerzen, Fackeln und Campingkochern, denn besonders im Sommer besteht erhöhte Waldbrandgefahr.

Must haves für die Ausrüstung


Keine Sorge! Man braucht kein teures Equipment, wenn man sich zum ersten Mal als Mirkoabenteurer versuchen will. Alles was man bei einem Kurztrip mit Übernachtung im Freien dabei haben sollte, ist wetterfeste Kleidung, Schuhwerk, mit dem man gut wandern kann, ein Rucksack, ein Erste-Hilfe-Set, ein Schlafsack, ein wasserfester Biwaksack, um den Schlafsack vor Feuchtigkeit zu schützen oder eine Plane als Wetterschutz, eine Stirn- oder Taschenlampe, gefüllte Trinkflasche und etwas Nahrung. Ideal für alle jene, die nicht auf den Boden schlafen wollen, ist eine ultraleichte Hängematte. Wenn es um die Verpflegung geht, gilt es übrigens zu bedenken, dass jedes Gramm im Rucksack auf einer Wanderung zählt. Gute Energiespender sind Nüsse, Trockenfrüchte, Müsliriegel, Hartkäse, Dauerwürste und Vollkornbrot. Auch Quinoa, Reis, Nudeln oder rote Linsen sind relativ leicht und lassen sich mit etwas Wasser im Nu auf dem Campingkocher zubereiten.

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Von Inga Paulsen

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