Senf: Scharfmacher mit Fitnessfaktor

Würzig, cremig und weitaus vielseitiger als man vermutet: Senf ist ein Scharfmacher mit Fitnessfaktor. Die drei Lieblingsrezepte der WIE EINFACH!-Redaktion.
Senf: Scharfmacher mit Fitnessfaktor Senf: Scharfmacher mit Fitnessfaktor Senf: Scharfmacher mit Fitnessfaktor
Foto: elevate/Unsplash
Zur Grillwurst oder der Buletten darf er nicht fehlen: ein üppiger Klecks Senf. Die gelbe Paste aus den gemahlenen Körnern der Senfpflanze wird in Deutschland besonders gern zu fetten Gerichten wie zum Beispiel Grünkohl mit Kassler oder eben Fleisch und Wurstwaren serviert. Eine Tradition, die wie viele andere einen guten Grund hat, denn in der würzigen Tunke enthaltene ätherische Öle und Bitterstoffe wirken verdauungsfördernd und helfen sogar bei Magen-Darm-Verstimmungen. Aber dies ist längst nicht das einzige Argument öfter mal ein Essen mit dem Zusatz "Mit einer Extraportion Senf, bitte!" zu bestellen. Für eine Studie des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg mussten Probanden über einen Zeitraum von vier Wochen täglich 20 Gramm scharfen Tafelsenf verzehren. Anschließend nahmen sie den Studienteilnehmern Blut ab und fügten diesem krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zu, also Stoffe, die beim Grillen und Braten von Fleisch entstehen. Das Ergebnis der Studie: Die weißen Blutkörperchen in den Proben der Mostrichesser konnten besser mit den gefährlichen Stoffen umgehen, als die der Kontrollgruppe. Die Forscher vermuten, dass sekundären Pflanzenstoffe aus den Senfölen für diesen positiven Effekt verantwortlich sind. Letztere wirken außerdem keimtötend und durchblutungsfördernd, wohl deshalb gilt die Würzpaste auch als effektives Hausmittel bei Erkältungen. Wichtig dabei: Je schärfer, desto höher der Gehalt an Senfölen. Übrigens, weil der Scharfstoff Singrin auch die Durchblutung im Becken anregt, gilt das Würzmittel auch als Aphrodisiaka.

Neue Aromen liegen im Trend


Bis vor einigen Jahren fand man im Supermarkt nur die Geschmacksvariationen süß, mild, mittel-scharf und scharf, heute gibt es Mostrich mit verschiedenen Früchten, Honig oder Kräutern im Handeln. Die puren Varianten werden je nach Schärfegrad aus den milden gelben oder den scharfen dunklen Körner, Weinessig, Zucker oder ein anderes Süßungsmittel und Gewürzen hergestellt.

Senf selber machen: DIY-Anleitung für Einsteiger


Wer die scharfe Paste einfach mal selbst zubereiten will, braucht für ein 200-ml-Glas circa 50 g Senfkörner (gelbe oder schwarze, je nachdem wie scharf man es möchte). Diese müssen gut mit Wasser gereinigt und dann mit dem Mörser zerstoßen werden. Dann gießt man 40 ml Wasser zum Senfmehl und lässt es 15 Minuten quellen. In der Zwischenzeit erwärmt man in einem Topf 30 ml Essig, 30 g Zucker und 5 g Salz unter Rühren, bis sich die Gewürze aufgelöst haben. Die Flüssigkeit wird dann nach und nach unter das Senfmehl gerührt, bis eine cremige Masse entstanden ist. Jetzt können je nach Lust und Laune noch etwas gehackte Chili oder Kräuter zugefügt werden, bevor die Masse in ein sauberes Schraubglas gefüllt wird. Fertig! Der Senf hält sich im Kühlschrank circa 4 Wochen.

Senfsoße und mehr: Lieblingsrezepte von WIE EINFACH



Senfsoße


Zutaten für 2-4 Personen:
1 EL Butter
1 EL Mehl
300 ml Milch
1 EL scharfer Senf
Salz
Zucker

Zubereitung:
Butter in einem Topf schmelzen. Mehl in die Butter einrühren, bis eine Mehlschwitze entsteht. Mehlschwitze mit Milch ablöschen und kräftig rühren, bis die Soße eine cremige Konsistenz hat. Senf unterrühren und den Topf vom Herd nehmen. Soße mit Salz und Zucker abschmecken.
WIE EINFACH!-Tipp: Die Soße schmeckt köstlich zu Kartoffeln und gekochten Eier, gebratenem oder gedünstetem Fisch oder auch deftigen Gerichten wie Grünkohl mit Kassler.

Senf-Honig-Dressing


Zutaten für 2-4 Personen:
1 Schalotte
etwas frischen Dill
2 EL milder Apfelessig
1-2 TL körniger, süßer Senf
5 EL kaltgepresstes Rapsöl
Salz
Pfeffer aus der Mühle
Agavendicksaft

Zubereitung:
Schalotte und Dill hacken. Restliche Zutaten mit dem Schneebesen verrühren, bis eine Emulsion entsteht. Schalotte und Dill unterrühren. Dressing abschmecken und kalt stellen. Vorm Verzehr nochmals kräftig umrühren.
WIE EINFACH!-Tipp: Das Dressing passt zu allen Blattsalaten und kann auch mit lauwarmen Pellkartoffelscheiben zu einem Kartoffelsalat verarbeitet werden.

Roastbeef mit Senf-Kräuter-Kruste


Zutaten für 4 Personen:
800 g Roastbeef (leicht durchwachsen)
3 EL mittelscharfer Senf
Pfeffer
Meersalz
2 EL gehackter Schnittlauch
2 EL Olivenöl

Zubereitung:
1. Eine Stunde vor der Zubereitung das Roastbeef aus dem Kühlschrank nehmen. Fleisch eventuell parieren. Senf, Gewürze und gehackte Kräuter miteinander verrühren und beiseitestellen.
2. Backofen auf 80 Grad vorheizen. Das Öl in einem Bräter erhitzen und das Fleisch rundherum circa 3-4 Minuten kräftig anbraten. Fleisch mit der Senf-Paste einstreichen und im Ofen circa 1, 5 Stunden bei 80 Grad weiter garen. WIE EINFACH!-Tipp: Wenn das Fleisch eine Kerntemperatur von 52 Grad erreicht hat, aus dem Ofen nehmen und nochmals einige Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft im Gewebe verteilt. Roastbeef aufschneiden und servieren. Dazu passt ein frischer Salat, Bratkartoffeln oder Kartoffelgratin.